Presseinformation.

06.04.2016

"Konjunkturmonitor Sachsen": LBBW Research sieht Wirtschaft auf Kurs – Warnsignale nehmen zu

Die sächsische Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Researchs der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weiterhin auf einem positiven Kurs. Die Unternehmen bewerten ihre Lage mit Bestnoten und auch die Erwartungen für 2016 sind noch sehr positiv. Allerdings gingen die ifo-Geschäftsklimaindizes für Ostdeutschland im Gegensatz zu den bundesdeutschen Indizes im März zurück. „Das zeigt, dass die impliziten konjunkturellen Warnsignale ernst zu nehmen sind“, sagt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Er erwartet für Sachsen in diesem Jahr ein reales Wachstum von rund 1,6 Prozent. Dies ist leicht unter der LBBW-Prognose für Gesamtdeutschland mit 1,7 Prozent. In der aktuellen Ausgabe des „Konjunkturmonitor Sachsen“ hat das Research der LBBW die Lage ausführlich aufgearbeitet. In Mitteldeutschland ist die LBBW über ihre regionale Kundenbank LBBW Sachsen Bank in Leipzig, Dresden, Halle, Erfurt, Magdeburg und Chemnitz präsent.

Die Stimmung ist unter den sächsischen Unternehmen so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr. Im Gegensatz zum Deutschlandtrend hellte sich das Geschäftsklima nach einer Umfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Sachsen im Januar sogar noch einmal auf. 55 Prozent der Unternehmen antworteten, die Geschäftslage sei gut. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Herbst. Zugleich blieben die Geschäftserwartungen der sächsischen Unternehmen nahezu unverändert: 89 Prozent der Betriebe erwarten gleichbleibende oder sogar bessere Geschäfte.

Wichtige Voraussetzungen für ein Anhalten des Aufschwungs seien gelegt, meinen die Analysten. Sie verweisen unter anderem auf den stark gesunkenen Ölpreis. Er wirke sich wegen der niedrigeren Heizkostenrechnung positiv auf die Kaufkraft der privaten Haushalte aus und senke auch bei den Unternehmen die Produktionskosten. Außerdem beflügelt der schwache Euro die Absatzchancen der Exportwirtschaft. Darüber hinaus profitiert vor allem die Bau- und Immobilienwirtschaft von den Niedrigzinsen, die die Investitionsneigung stärken.

Jedoch gebe es konjunkturelle Warnsignale, stellt das LBBW Research unter Hinweis auf eine Umfrage des IWH Halle fest. Denn die ostdeutschen Unternehmen hatten bereits 2015 die angepeilten Umsatzziele teilweise nicht erreicht. Zugleich nahmen die Unternehmen im März ihre zuletzt sehr gute Lageeinschätzung laut ifo-Geschäftsklimaindex zurück. Die ostdeutsche Wirtschaft bleibe damit zu Frühlingsbeginn skeptischer als die gesamtdeutsche, urteilt Burkert.

Etwas Sorge bereiten den Analysten auch die möglichen Auswirkungen einer Wachstumsverlangsamung in China. Mit deutlichem Abstand führte das Land zuletzt die Liste der Ausfuhrziele sächsischer Unternehmen noch vor den USA und den europäischen Nachbarländern an. Die möglichen Auswirkungen seien jedoch begrenzt, weil das Pro-Kopf-Einkommen in China weiter steige. Damit käme rechnerisch jedes Jahr in absoluten Zahlen eine Volkswirtschaft von der Größe Belgiens neu in die Weltwirtschaft hinzu.

Konjunkturmonitor Sachsen

Die Studie „Konjunkturmonitor Sachsen“ des LBBW Research erscheint halbjährlich. Sie fasst die wesentlichen Konjunkturdaten Sachsens übersichtlich zusammen, untersucht die Ursachen und prognostiziert die künftige Entwicklung.

Die aktuelle Publikation ist im Internet abrufbar unter:

Konjunkturmonitor Sachsen

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