Presseinformation.

05.12.2016

LBBW-Research: „Konjunkturmonitor Sachsen“ - Sachsens Wirtschaft weiterhin auf stabilem Kurs

Das Research der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beurteilt Sachsens Wirtschaft weiterhin positiv. Im ersten Halbjahr 2016 konnte der Freistaat beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) sogar ein höheres Wachstum als Gesamtdeutschland verzeichnen. Die Bauindustrie zeigt einen robusten Aufwärtstrend, Groß- und Einzelhandel profitieren aktuell von einer guten Binnenkonjunktur. „Sachsens Wirtschaft ist weiterhin auf stabilem Kurs. In Anbetracht dieser soliden Basis sollte es ihr gelingen, konjunkturelle Klippen – etwa aufgrund von Abschwächungen des Wachstums in China oder Exportrückgängen im Zuge des anstehenden Brexit – gut zu umschiffen“, sagte LBBWChefvolkswirt Uwe Burkert. Für Sachsen erwartet die Bank für das laufende Jahr ein reales BIP-Wachstum von 1,7 Prozent, für 2017 von 1,5 Prozent.

Die gesamtdeutsche Wirtschaft zeigt sich aus Sicht der LBBW-Volkswirte derzeit besser als erwartet. Sie befindet sich in einem moderaten Aufschwung, der von einem stabilen Arbeitsmarkt und kräftigem privaten wie auch öffentlichem Konsum gestützt wird. „Mögliche Risiken sehen wir in der zunehmenden Deglobalisierung der Weltwirtschaft sowie in protektionistischen Tendenzen, welche die deutschen Exporte treffen würden. Zudem sind die Auswirkungen des Brexit ebenso wie der Zustand des chinesischen Finanzsystems oder die mittelbaren Folgen des Wahlsiegs von Donald Trump derzeit noch nicht absehbar“, erklärte Burkert. Insgesamt rechnet die LBBW damit, dass das deutsche Bruttoinlandspodukt im laufenden Jahr um 1,9 Prozent und im Jahr 2017 um 1,5 Prozent wachsen wird.

Sachsens Wirtschaft mit positivem Trend

Einen positiven Trend beschreibt das LBBW-Research in seiner aktuellen Publikation „Konjunkturmonitor Sachsen“ auch für die Wirtschaft im Freistaat. Dies zeige auch der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft. Dieser ist im September nach drei Rückgängen in Folge sehr kräftig, sogar stärker als in Gesamtdeutschland gestiegen.

Insbesondere die starke Nachfrage nach Bauleistungen (wachsender Wohnungsbau, Bausanierungen, Wirtschaftsbau aber auch der öffentliche Bau von Straßen und Infrastruktur) treibt die Konjunktur an. Unterstützt wird der Trend durch einen kräftigen Binnenkonsum, von dem vor allem der Groß- und Einzelhandel profitieren. Die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe fällt verhaltener aus. Doch auch hier hellt sich die Stimmung in Folge der anziehenden Nachfrage derzeit wieder auf. Die Beschäftigungsentwicklung verläuft nach wie vor eher seitwärts. Gründe hierfür sind – trotz des eigentlich eher positiven konjunkturellen Hintergrunds – die strukturellen Defizite der sächsischen Wirtschaft sowie die Zurückhaltung der Unternehmen aufgrund eines nicht zu unterschätzenden Unsicherheitsempfindens. „Insgesamt sollte sich jedoch im Gefolge der robusten Konjunktur bundesweit auch in Sachsen das Wachstum freundlich gestalten. Für den Freistaat erwarten wir für 2016 ein reales Wachstum von durchschnittlich 1,7 Prozent, für 2017 von 1,5 Prozent“, prognostizierte Burkert.

Eventuelle Export-Risiken sind zu meistern

Doch natürlich sieht sich die sächsische Wirtschaft auch Unsicherheiten und Risiken gegenüber. „Wir sind jedoch zuversichtlich, dass Sachsen die potenziellen konjunkturellen Gefahren gut überstehen kann“, erläutert Burkert. Ein zentrales Thema ist die hohe Exportorientierung vieler Unternehmen. Doch die Hauptexportmärkte des Freistaats, China und die USA, entwickeln sich derzeit stabil. Trotz des fragilen Finanzsystems und der Restrukturierung der chinesischen Volkswirtschaft wird Chinas Wirtschaft weiter auf einem soliden, wenn auch abgeschwächten Wachstumspfad bleiben. In den USA sollte ein stabiles Wachstum bei günstigem Inflationsklima weiterhin die Ausfuhren des Freistaats in die USA stützen. Für 2017 rechnet das LBBW-Research mit einem leichten Anstieg der Gesamtnachfrage in den USA von dem auch die Exportwirtschaft in Sachsen profitieren kann. Die Auswirkungen des Brexit auf die britische Konjunktur sind bislang überschaubar. Damit sind die Ausfuhren Sachsens nach Großbritannien, dem drittgrößten Exportmarkt, aktuell noch abgesichert.

Investitionsbedarf und Kreditnachfrage des mitteldeutschen Mittelstands

Oliver Fern, Vorstand der Sachsen Bank, richtet seinen Ausblick konkret auf die mittelständischen Unternehmen in der Region: „Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind in Sachsen und Mitteldeutschland mehr Investitionen der Unternehmen notwendig.“ Dies gelte speziell vor dem Hintergrund, dass der gesamte deutsche Mittelstand seine Produktivität laut einer Studie der KfW kaum noch steigert und in Folge des demografischen Wandels künftig weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. „Das derzeit günstige Finanzierungsumfeld sowie die robuste Konjunktur bieten sich für Investitionsvorhaben durchaus an“, sagte Fern.

Dämpften bisher diverse Marktunsicherheiten die Investitionsbereitschaft, so legten in den vergangenen Monaten die Auftragseingänge in der deutschen Industrie doch deutlich zu. Daher sei aktuell bereits ein leichter Schub bei den Investitionsvorhaben zu spüren. „Hier zeigt sich, dass größere Unternehmen deutlich investitionsfreudiger sind als kleine und dabei neben klassischen Firmenkrediten auch vermehrt innovative Finanzierungslösungen nachfragen und nutzen. Als einer der führenden Mittelstandsfinanzierer in der Region stehen wir den mitteldeutschen Unternehmen mit unserer Expertise und unseren Produkten als Partner verlässlich zur Seite“, sagte Fern.

Die Publikation „Konjunkturmonitor Sachsen“ des LBBW-Research erscheint halbjährlich. Die aktuelle Ausgabe kann im Internet abgerufen werden unter:

Konjunkturmonitor Sachsen

Kontakt

LBBW Sachsen Bank
Humboldtstraße 18
04105 Leipzig

Alexander Braun
Tel.: +49 341 220-39405
Fax: +49 341 220-39401

presse@Sachsenbank.de