Der Kunstpreis der Sachsen BankNie um Gefallen oder gar Gefälligkeit Kunstpreise haben in Deutschland Konjunktur. Kaum ein größeres Unternehmen oder ein namhafter Verband, der sich der Stifterrolle entziehen würde.
Besucher im neuen Museum der bildenden Künste zu Leipzig Mag es daran liegen, dass die von Kulturschaffenden mit Verve geäußerte Sorge, die staatliche Alimentierung des Kunstbetriebes reiche angesichts leerer öffentlicher Kassen nicht mehr aus, um insbesondere jungen Künstlerinnen und Künstlern Forum und Öffentlichkeit zu schaffen, bei der Wirtschaft endlich Gehör gefunden hat. Oder sei es auch nur das Kalkül, dass Kunst und Förderengagement dem meist eher profanen Geschäftszweck des fördernden Unternehmens Strahlkraft und Sympathiepunkte sichern können. Im Ergebnis dürfen sich Künstler und ihre Wegbegleiter an Hochschulen, in Galerien und Museen derzeit über ein reiches Angebot an Preisen und Auszeichnungen freuen. Mit der Zahl der Preise wächst auch ihre Beliebigkeit. Wie Kunst immer in der Gefahr steht, zur Dekoration, zum bloßen Objekt des Gefallens zu verkommen, so droht Kunstpreisen das Schicksal wohl dotierter Belanglosigkeit. Das Publikum applaudiert höflich, aber doch gelangweilt. Die kanonisierte Kunstkritik straft mit Nichtbeachtung. Kunstförderung jedoch verlangt anderes, Imagepflege des Förderers im Übrigen auch. Der Kunstpreis der Sachsen Bank, der gemeinsam mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig vergeben wird, sucht deshalb einen anderen Weg. Kunst muss nicht gefallenKunst kann gefallen, sie muss es aber nicht. Und so ging und geht es bei der Auszeichnung der Sachsen Bank auch nie um Gefallen oder gar Gefälligkeit. Die Vorgaben sind einfach. Nicht etablierte Künstler sollen geehrt, sondern junge Talente gezielt gefördert werden. Der Preis versteht sich als Plattform, will Öffentlichkeit schaffen und Gespräch ermöglichen. Ein wechselnder Kreis renommierter Kunstexperten unter Leitung des Juryvorsitzenden Hans-Werner Schmidt sichert die Unabhängigkeit und steht für den mit dem Preis formulierten Anspruch. |
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