Presseinformation.

23.11.2017

Gute Perspektiven für Sachsen und Thüringen, Sachsen-Anhalt bleibt Schlusslicht

Die Auswertung des Research der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) über die wirtschaftlichen Lage Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts ergibt ein unterschiedliches Bild.

  • Sachsen gehört zu den innovativsten Regionen Europas
  • Thüringen wächst erneut schneller als Gesamtdeutschland
  • Sachsen-Anhalt mit strukturellem Wachstumsproblem
  • Arbeitsplatzbedrohung durch Digitalisierung in Thüringen am stärksten. Gravierende Defizite beim Breitbandausbau in Ostdeutschland.

Die Wirtschaft in Sachsen brummt nach Einschätzung der LBBW-Ökonomen und wird mit einem prognostizierten realen BIP-Wachstum von 2,0 Prozent für 2017 und 2,1 Prozent für 2018 fast im Gleichklang mit der gesamtdeutschen Wirtschaftsentwicklung liegen. Für das Jahr 2018 sehen die LBBW-Volkswirte ausgezeichnete Wachstumschancen. Auch die Beurteilung der Geschäftslage durch die sächsischen Unternehmen (IHK-Geschäftsklimaindex) erreicht – über alle Branchen – einen neuen Höchststand. Sachsen profitiert von einem starken Verarbeitenden Gewerbe insbesondere im KFZ-Bau, einem robusten Arbeitsmarkt und starken Ausfuhren insbesondere nach China, in die USA und Großbritannien. Das LBBW-Research glaubt, dass die sächsische Automobilindustrie die Herausforderungen der Branche gut bewältigen wird, während der Brexit das größte Konjunkturrisiko birgt.

Auch die digitale Zukunft Sachsens sieht das LBBW-Research optimistisch und tritt Befürchtungen eines massiven Arbeitsplatzabbaus im Zuge einer fortschreitenden Digitalisierung entgegen. Im Rückblick auf die Einführung des Mindestlohns sehen die LBBW-Volkswirte kaum Hinweise dafür, dass sich hieraus Hemmnisse für den Arbeitsmarkt in Sachsen ergeben hätten.

Thüringen dürfte mit einem erwarteten Wachstum des realen BIP von 2,4 Prozent im kommenden Jahr nach Einschätzung der LBBW um einiges stärker wachsen als Gesamtdeutschland. Dies sei nicht zuletzt dem starken Verarbeitenden Gewerbe und den stabilen großen Exportmärkten geschuldet. Das Hauptrisiko sehen die Volkswirte auch hier im Brexit Großbritanniens. Die zunehmende Digitalisierung und die Gefahren für die Arbeitsplätze sehen die LBBW-Ökonomen für Thüringen im Ländervergleich kritischer. Insgesamt muss die Politik allerdings für alle ostdeutschen Bundesländer den Breitband-Ausbau gewährleisten. Die Thüringer Unternehmen dürfen den Digitalisierungstrend nicht verschlafen. Zwar steht die Thüringer Wirtschaft auf dem Spitzenplatz bei Start-Ups im Technologiebereich, landet aber bei Patenanmeldungen und Beschäftigten in den sog. MINT-Berufen nur im Mittelfeld. Stärkung der MINT-Ausbildung, mehr F&E-Förderung und Bürokratieabbau sollten daher die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Sachsen-Anhalt bleibt mit einem prognostizierten BIPWachstum 2017 von 1,5 Prozent Schlusslicht unter den neuen Bundesländern. Die Schere zwischen Sachsen-Anhalt und dem Rest Deutschlands wird größer. Gründe sind der Rückgang der Erwerbstätigenzahl und die Strukturschwäche in Form fehlenden Verarbeitenden Gewerbes. Fachkräftemangel ist Hauptrisiko der konjunkturellen Entwicklung. Für das aktuelle Jahr kann Sachsen-Anhalt lediglich dank Sonderfaktoren eine gute Geschäftslage ausweisen. Für 2018 erwarten die LBBW-Volkswirte ein Wachstum von 1,6 Prozent.

Weitere Informationen zu der Entwicklung der drei Bundesländer und Prognosen der LBBW-Volkswirte unter:

www.sachsenbank.de/Konjunkturmonitor-Sachsen2017 (PDF, 1 MB)

www.sachsenbank.de/Konjunkturmonitor-Thueringen2017 (PDF, 748 KB)

www.sachsenbank.de/Konjunkturmonitor-Sachsen-Anhalt2017 (PDF, 975 KB)

Kontakt

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04105 Leipzig

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